Mentales Training beim Paddeln?
“Unter mentalem Training – es wird auch als ideomotorisches Training bezeichnet – versteht man das Erlernen oder Verbessern eines Bewegungsaublaufes durch intensives Vorstellen ohne gleichzeitiges tatsächliches Üben”
(Weineck 1983)
Voraussetzung für das mentale Training ist eine klare Bewegungsvorstellung. Mental “stark sein” bedeutet nun, zum richtigen Zeitpunkt die passenden Gedanken zu haben. Für das optimale sporttechnische Verhalten im Wildwassser sind nur solche Gedanken passend, die bewegungssteuernde Funktionen ausüben.
Auf der anderen Seite darf aber kein Zweifel daran aufkommen, daß das mentale Leistungsvermögen ein wesentlicher Faktor des sporttechnischen Verhaltens in Training und Wettkamp darstellt, da zum bestmöglichen Einsatz das sporttechnischen Vermögens sowohl die motorische Sicherheit als auch die kognitive(mentale) Gewißheit gehören. (Lehnertz 1990)
In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweißen, dass in vielen Sportarten, mit oft sehr vielen Bewegungsabläufen, der kongnitive(mentale) Aspekt ein sehr hohe Stellung bezieht. Wildwasserfahren besteht aus beobachten, einschätzen und anschließendem Handeln. Je weiter man auf der Wildwasserskala geht desto höher sind die Gefahren und damit die einhergehenden subjektiven Gedanken. Wär kennt das nicht: Man steht zum Scouten am Ufer und schaut sich en heftigen Fall an, der machbar ist aber auch starke Konsequenzen birgt, wenn man´s vermasselt. Je nach dem ne schnelle Entscheidung und schon geht´s ins Boot und dann passiert´s auch schon. Die auf den ersten Blick, relativ leicht wirkende Linein( Einfahrt), zum Drop, entpupt sich als harte Nuß und…….was nun passiert kann sich jeder vorstellen. Vielleicht “Man hat der Schwein gehabt” oder der Bootstag endet im “Wurfsackgewitter”, mit anschließendem Paddlerstatement “Alter, des isch heftiger als ich gedacht hab”…..
In diesem Fall kommt natürlich noch die Komponente “Leichtsinn” hinzu. Generell gilt es sich nicht zu sehr auf einen Faktor zu versteifen. Im Klartext: “Warum denkst du nur an den Drop wenn du doch die Enfahrt nicht vermasseln sollst”. Subjektive Gefühle werfen in solchen Momenten oft ein Schleier über andere wesentlichen Entscheidungen die getroffen werden sollten. Viele denken oft über die ganze Paddelfahrt hinweg an nur “diesen einen heftigen Drop”, womöglich selber noch nie real gesehen aber auf nem Foto, außem Paddelbuch vom Gerd Sp. aus der Nachkriegszeit. Es ist ja nicht falsch nur an diesen einen Drop zu denken aber es gibt nunmal noch andere Situationen, in denen es wichtig ist einen klaren Kopf zu behalten, um Entscheidungen schnell und richtig zu treffen. Stets der Alternativplan im Kopf haben, falls ich nicht genau auf die gewünschte Linie komme, was werde ich machen? Wer ein Plan B im Kopf hat und sich sicher ist, dass er oder sie damit trotzdem die Stelle erfolgreich fahren kann, ist auf der richtigen Seite. “Scheiße man ich packs nicht rüber” oder “Oh shit, was isch da links”, gehören meiner Meinung nach in die Kadegorie “Ahamoment”. Völlige Überraschung mit oft einhergehender nicht mehr rationaler Denkweise, die…..
Ganz wichtig ist es wie in den oben genannten Texten bereits erwähnt,”darf aber kein Zweifel daran aufkommen”. Negative Gedanken beeinflussen und beschäftigen den Paddler zu sehr und trüben somit seine Gedanken. Entscheidungen müssen getroffen werden wie man die Stelle erfolgreich fährt und nicht ob dies passiert oder das. Wer zu sehr mit negativen Gedanken beschäftigt ist, sollte sein Boot auf die Schulter packen und schön weiter unterhlab wieder einsetzen.
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