Nordinsel Neuseeland: Winter in Deutschland ist fuer uns Paddler immer eine sehr unangenehme Zeit. Der Paddelspass wird einem duch grausame Kaelte vermiest. Was also tun im Winter? Die Antwort war schnell gefunden… ins Reisebuero gehen und schnell einen Flug nach Aukland / Neuseeland buchen. Mitte Januar war es dann endich soweit und ich machte mich auf zum Flughafen. Nach ueber 30 Stunden Flug und Aufenhalten auf diversen Flughaefen kam ich endlich in Aukland an. Muede von der langen Reise empfing mich die Nordinsel Neuseelands mit herrlichstem Sommerwetter.
Nach einer Nacht in Hamilton ging die Reise weiter nach Okere Falls zum Kaituna River. Die Locals freuten sich, mal wieder “Frischfleisch” auf ihrem Homerun zu begleiten. Da sie insgeheim auf spektakulaere Zwischenfaelle bei meiner Erstbefahrung hofften, durfte ich mir den Fluss vorher nicht anschauen. Zum Glueck war die Urlaubsvorfreude zu Hause so gross, dass ich bei verschiedenen Internetrecherchen schon Bilder und Videos von dem gefunden hatte, was mich erwartete. So wurden die Locals leider enttauscht und bekamen keine “Actionline” am Wasserfall von mir zu sehen.
Um den Jetlag los zu werden und mich zu aklimatisieren blieben wir eine ganze Woche in Okere Falls und verbrachten die Zeit mit Kaituna paddeln und surfen am Strand von Maketu. Dort gab es nette kleine Wellen, die sich fuer mich perfekt zum surfen lernen eigneten und feinsten Sandstrand. Ein weiteres Highlight war die Tour auf dem unteren Kaituna, bei der wir durch enge moosbewachsene Schluchten und dichtesten Urwald paddelten. Bevor wir weiter in Richtung Suedinsel fuhren gab es noch den Sonntags-Wairoa Wasserablass, den wir natuelich nicht verpassen wollten.
Dort bot sich mir ein breiteres Flusstal mit vielen schoenen Rapids und kleineren Stufen. Am sogenannten “Rollercoaster” bekamen wir die verschiedensten mehr oder weniger souveraenen Fahrtrouten von unserem Logenplatz, einem dicken in der Sonne gelegenem Felsen, zu sehen. Auf dem Rueckweg gab es noch einen Zwischenstop am Blueberry-Field bevor uns unsere Reise weiter nach Taupo fuehrte. Wir hofften auf den richtigen Wasserstand am naechten Tag fuer eine Befahrung der Huka-Falls und wurden leider mit zu viel Wasser enttaeuscht. So konnten wir uns das Spektakel nur, wie all die anderen Touristen vom Ufer aus anschauen.
Mit einem weiteren Surfstop in Napier und einer Nacht bei Castle-Point, wohl einem der schoensten Straende Neuseelands fuhren wir weiter nach Wellington um dort direkt die Faehre zur Suedinsel zu nehmen. Dicke Regenwolken liesen uns auf schoene Wasserstaende an der Westkueste hoffen..
Text: Anne Hübner Fotos: Arnd Schäftlein
Fortsetung Part 2:
“Anne u. Arnd on the road in NZ”
Die zweite Hälfte meiner Neuseeland-Reise führte mich auf die Südinsel.
Nach einer etwas stürmischen Überfahrt kamen endlich erste Landzungen des langen Fjords nach Picton in Sicht. Wir fuhren zunächst entlang der Ostküste nach Süden in Richtung Kaikoura. Zum ersten mal sah ich wild lebende Robben. Sie lagen faul auf den Felsen entlang der Küstenstraße und sonnten sich.
In Kaikoura legten wir einen Surf- und Shopping-Stop ein und ich surfte meine erste überkopf-große Welle bevor es weiter quer über die Insel nach Greymouth an die Westküste ging. Auf dem Weg dorthin wurde die Landschaft immer grüner und das feuchte Westküstenklima kündigte sich an.
Wie sich herausstellte, gibt es in Greymouth direkt neben der Flussmündung eine super Surfwelle, die nicht nur mir sondern auch einigen Delfinen ganz gut gefiel.
Etwas weiter südlich, in Hokitika hatten wir dann endlich unser nächstes Etappen-Ziel erreicht. Von hier aus starteten wir zahlreiche Paddeltrips in die tiefe Wildnis Neuseelands. Große Aufregung herrschte natürlich schon am ersten Tag, denn mir stand mein erster Helikopterflug bevor. Da die meisten Flusseinstiege fernab von jeder Straßenanbindung liegen, fährt man meistens nur bis zum Ausstieg und lässt sich dort von einem Helikopterpiloten abholen, der einen dann mitsamt Boot in die tiefen Täler der Westküstenflüsse hineinfliegt. Weit weg von jeglicher Zivilisation ist man aber dann doch nicht so ganz alleine, denn Millionen von Sandflies erwarten einen schon. Die kleinen schwarzen Fliegen lauern nur darauf eine unbedeckte Körperstelle zu finden, die sie attackieren können. Nichts desto trotz bestechen mich Hokitika, Perth und Withcombe mit ihren riesigen Felsbrocken, durch die sich das unfassbar blaue Wasser seinen Weg sucht. Voller Begeisterung musste ich feststellen, dass es noch eine Steigerung der Wasserfarbe gibt. Sie heißt Kokatahi. Das Wasser hier war so klarblau, dass es das Wasser der andern Flüsse schon richtig milchig aussehen lies.
Aber nicht nur in Sachen Wasserfarbe war der Kokatahi ein absolutes Highlight. Schon vom Helikopter aus konnte ich in der Spielzeug-Landschaft Höhenunterschiede im Fluss entdecken und mir wurde klar, dass es hier wirklich steil zur Sache gehen musste.
Auch “roadside-kayaking” ist an der Westküste möglich. So bietet zum Beispiel der Kakapotahi nach einem Regen eine schöne Schlucht zum Paddeln. … Leider mussten wir feststellen, dass wir nicht genügend Regen hatten und so wurde es bei uns ein Trip des Umtragens.
Für unsere sightseeing Ausflüge hielt die Westküste auch einiges bereit: Atemberaubende Strände und natürlich die Pancake-Rocks bei Punakaiki nördlich von Greymouth waren unsere Ziele.
Da sich die Wasserstände trotz Nieselwetter nicht bessern wollten, beschlossen wir die Inselseite erneut zu wechseln und fuhren Richtung Süden, vorbei an Fox und Franz Josef Glacier. Weiter ging’s über den Haast-Pass auf die trockene Ostseite der Südinsel, vorbei am Lake Wanaka bis zum Kawerau River. Den üblichen Touristen-Bungee-Sprung ließen wir aus und paddelten stattdessen unter den herabfallenden kreischenden Springern hindurch. Anders als an der Westküste gab es hier jede Menge Wasser und kaum Felsen im Fluss. Die Hitze des strahlend blauen Himmels und die 200 Kubik Wasser unterm Boot taten gut nach den teilweise steinigen Westküsten-Flüssen.
Nachdem wir erneut glasklares Wasser am Hollyford genossen hatten und einem kurzen Abstecher zu dem Ausflugsziel Milford Sound unternahmen, wo wir dank der Wolkenleider rein gar nichts des angeblich wunderschönen Fjords zu sehen bekamen, mussten wir uns langsam wieder in Richtung Norden aufmachen.
Zum Abschluss meiner Südinsel-Tour wollte ich aber doch noch den Mount-Cook, den mit 3754m höchsten Berg Neuseelands, und die Herr der Ringe Landschaft am Arthurs-Pass sehen.
Nach einem letzten Abschieds-Surf bei der Durchreise durch Greymouth ging es weiter zu einem letzten Südinsel-Stop bei Maruia Falls. Ich musste einfach selbst den schon so oft auf Bildern und Videos gesehen Wasserfall hinunter fahren, bevor ich nach 5 Wochen, die leider viel zu schnell vorbei waren, wieder zurück nach Deutschland musste.
Text by Anne Hübner Fotos by Arnd Schäftlein



